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Gasbeschaffungsumlage
Was ist die Gasbeschaffungsumlage?
Die Gasbeschaffungsumlage ist eine staatlich eingeführte Maßnahme, die zusätzliche Kosten für Gaslieferanten ausgleicht. Diese Kosten entstehen, wenn Gas auf den Energiemärkten deutlich teurer wird oder kurzfristig Ersatzmengen beschafft werden müssen. Ziel der Umlage ist es, die Gasversorgung in Deutschland sicherzustellen und die Zahlungsfähigkeit der Gasversorger zu stabilisieren.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet dies: Die Gasbeschaffungsumlage kann den Gaspreis auf der Rechnung erhöhen. Sie wird über den Gaslieferanten abgerechnet und ist Teil des Gesamtpreises für Erdgas.
Die Umlage ist somit ein Preisbestandteil, der die zusätzlichen Kosten aus der Beschaffung von Gas auf alle Kunden verteilt.
Warum gibt es die Gasbeschaffungsumlage?
Die Gasbeschaffungsumlage wurde eingeführt, weil die Preise für Gas auf den internationalen Märkten in den letzten Jahren stark gestiegen sind. Ursachen dafür sind unter anderem:
Unterbrechungen oder Reduzierungen von Gaslieferungen aus dem Ausland
Hohe Nachfrage auf den internationalen Gasmärkten
Preissprünge an den Großhandelsmärkten für Erdgas
Viele Gasversorger mussten deshalb kurzfristig Gas zu deutlich höheren Preisen einkaufen. Ohne die Umlage hätten sie diese Kosten nicht tragen können, was zu Versorgungsengpässen oder Zahlungsausfällen führen könnte. Die Umlage verteilt die Mehrkosten fair auf alle Verbraucher und trägt so zur Sicherung der Gasversorgung bei.
Wer zahlt die Gasbeschaffungsumlage?
Die Gasbeschaffungsumlage betrifft grundsätzlich alle, die Gas verbrauchen:
private Haushalte
Gewerbebetriebe
Industrieunternehmen
öffentliche Einrichtungen
Die Umlage wird über die Gasrechnung abgerechnet. Wer nur Strom bezieht, zahlt die Gasbeschaffungsumlage nicht direkt. Allerdings können steigende Gaspreise indirekt auch die Strompreise beeinflussen, da Gas teilweise zur Stromerzeugung in Gaskraftwerken genutzt wird.
Wie wird die Gasbeschaffungsumlage berechnet?
Die Umlage wird pro verbrauchter Kilowattstunde (kWh) Gas festgelegt. Das bedeutet: Je mehr Gas verbraucht wird, desto höher fällt die Umlage aus.
Beispiel: Ein Haushalt mit Gasheizung verbraucht durchschnittlich 15.000 bis 20.000 kWh pro Jahr. Selbst ein kleiner Aufschlag pro Kilowattstunde kann hier mehrere Hundert Euro ausmachen.
Die tatsächliche Belastung hängt vom individuellen Verbrauch und von weiteren Faktoren ab. Diese sind z.B. Haushaltsgröße und Wohnfläche, Heizverhalten, Warmwasserverbrauch und Effizienz der Heizungsanlage.
Einfluss der Gasbeschaffungsumlage auf den Gaspreis
Die Gasbeschaffungsumlage ist nur ein Teil des Gaspreises. Der Endpreis setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:
Beschaffungskosten: Preis, den der Gasversorger auf den Märkten zahlt
Netzentgelte: Kosten für den Transport über die Gasleitungen
Steuern und Abgaben: z. B. Mehrwertsteuer
Weitere Umlagen: wie die Gasbeschaffungsumlage
Steigen die Großhandelspreise, wirken sich diese Veränderungen direkt auf die Endpreise für Verbraucher aus. Besonders Haushalte mit hohem Verbrauch merken die Auswirkungen deutlich.
Möglichkeiten, als Verbraucher die Kosten zu senken
Auch wenn die Gasbeschaffungsumlage gesetzlich vorgeschrieben ist, können Verbraucherinnen und Verbraucher aktiv Kosten reduzieren:
Verbrauch reduzieren: Raumtemperaturen leicht senken, Heizzeiten optimieren, Warmwasser bewusst nutzen
Heizung effizient einsetzen: Thermostate richtig einstellen, Heizungsanlage regelmäßig warten, alte Heizsysteme modernisieren
Tarife vergleichen: Angebote verschiedener Gasversorger prüfen, um den besten Preis zu erhalten
Alternative Energien nutzen: Ökostromtarife oder Wärmepumpen können langfristig Kosten senken
Schon kleine Änderungen im Alltag, wie eine Absenkung der Raumtemperatur um 1–2 °C, können die Jahresrechnung deutlich reduzieren.
Zusammenhang zwischen Gasbeschaffungsumlage und Energiewende
Die Gasbeschaffungsumlage verdeutlicht, wie abhängig die Energieversorgung noch von fossilen Brennstoffen ist. Preisschwankungen auf den internationalen Märkten wirken sich direkt auf Verbraucherpreise aus.
Eine langfristige Strategie zur Senkung von Kosten und zur Stabilisierung der Energieversorgung liegt im Einsatz erneuerbarer Energien und energieeffizienter Technologien. Dazu gehören:
Photovoltaikanlagen zur eigenen Stromerzeugung
Wärmepumpen als Ersatz für Gasheizungen
Energiespeicher, um selbst erzeugten Strom effizient zu nutzen
Solche Maßnahmen helfen, Energiekosten zu senken und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Energien zu reduzieren.