Grüne sommerliche Landschaft mit Wäldern.

Grüngasquote

Was ist die Grüngasquote in Deutschland?

Die Grüngasquote ist ein verbindlicher Bestandteil der GEG-Reform 2026 in Deutschland. Sie schreibt vor, dass Gaslieferanten und Betreiber von Gas- oder Ölheizungen einen steigenden Anteil klimafreundlicher Gase wie Biomethan oder grünen Wasserstoff einsetzen müssen. Ziel ist es, die deutsche Wärmeversorgung nachhaltiger zu gestalten und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilem Erdgas zu verringern.

Warum wurde die Grüngasquote eingeführt?

Die Bundesregierung hat die 65-Prozent-Regel abgeschafft, um Hauseigentümern mehr Flexibilität zu geben. Die Grüngasquote ersetzt diese Vorgabe teilweise und schafft gleichzeitig einen Anreiz für die Marktentwicklung erneuerbarer Gase in Deutschland. Sie soll sicherstellen, dass die Wärmeerzeugung Schritt für Schritt klimafreundlicher wird, ohne Haushalte und Bauherren sofort zu hohen Investitionen in neue Wärmepumpen zu zwingen.

Wie funktioniert die Grüngasquote in der Praxis?

  • Ab 2028: Gaslieferanten müssen einen ersten Mindestanteil grüner Gase bereitstellen (z. B. 1 %).

  • Ab 2029: Neue Gas- oder Ölheizungen müssen mindestens 10 % klimafreundliche Brennstoffe nutzen.

  • Bis 2040: Stufenweise Erhöhung der Quote bis zu 60 %, je nach Verfügbarkeit.

Hausbesitzer müssen dabei meist einen Vertrag mit dem Gaslieferanten abschließen, der den Anteil grüner Gase garantiert. Die Umsetzung wird von Schornsteinfegern kontrolliert, die sicherstellen, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden.

Welche Gase zählen als „grün“?

  • Biomethan: Aus organischer Biomasse wie Reststoffen oder Biogas hergestellt.

  • Grüner Wasserstoff: Produziert aus erneuerbarem Strom über Elektrolyse.

  • Synthetisches Methan / RFNBOs: Aus CO₂ und erneuerbarem Strom hergestellt.

  • Blauer Wasserstoff: Teilweise aus fossilem Gas hergestellt, aber CO₂ reduziert.

Diese Gase gelten als CO₂-ärmer als konventionelles Erdgas und tragen zur Klimaneutralität im Wärmesektor bei.

Welche Kosten entstehen für Eigentümer?

Durch die Grüngasquote können die Heizkosten steigen, weil erneuerbare Gase derzeit teurer sind als fossiles Erdgas. Zusätzlich wirken:

  • steigende CO₂-Preise auf fossile Anteile,

  • mögliche Netzentgelte,

  • Marktentwicklungen bei grünem Wasserstoff und Biomethan.

Studien erwarten Mehrkosten für durchschnittliche Haushalte von etwa 150–200 Euro pro Jahr, je nach Verbrauch und Liefervertrag. Eine sorgfältige Kosten-Nutzen-Analyse vor Installation einer neuen Gasheizung ist daher empfehlenswert.

Chancen und Vorteile der Grüngasquote

  • Förderung der deutschen Wasserstoff- und Biogasindustrie

  • Planbare Marktnachfrage für erneuerbare Gase

  • Flexibilität für Hauseigentümer im Vergleich zur 65%-Regel

  • Schrittweise Reduktion von CO₂-Emissionen im Gebäudesektor

Risiken und Kritik

  • Begrenzte Verfügbarkeit grüner Gase kann zu Lieferengpässen führen

  • Längere Attraktivität fossiler Heizungen könnte die Wärmewende verzögern

  • Kostensteigerungen für Eigentümer durch teurere Brennstoffe

Die Grüngasquote Deutschland ist ein praktisches Übergangsinstrument der GEG-Reform 2026. Sie schafft Flexibilität für Hauseigentümer, sorgt aber auch für neue regulatorische Pflichten und Kostenrisiken. Wer jetzt plant, sollte langfristig wirtschaftliche und ökologische Faktoren abwägen.