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Jahresarbeitszahl (JAZ)

Was ist die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe?

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) einer Wärmepumpe zeigt, wie effizient die Anlage über einen längeren Zeitraum arbeitet. Sie gibt an, wie viel Wärme die Wärmepumpe im Verhältnis zum dafür eingesetzten Strom erzeugt. Eine JAZ von beispielsweise 4 bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom werden vier Kilowattstunden Wärme bereitgestellt.

Je höher die Jahresarbeitszahl ausfällt, desto mehr Wärme erzeugt die Wärmepumpe aus der eingesetzten Strommenge. Die JAZ ist deshalb eine wichtige Kennzahl, um die Effizienz und den Strombedarf einer Wärmepumpe im tatsächlichen Betrieb einzuschätzen.

Wie berechnet man die Jahresarbeitszahl?

Die Jahresarbeitszahl wird berechnet, indem die erzeugte Wärmemenge durch die dafür eingesetzte Strommenge geteilt wird. Beide Werte werden in Kilowattstunden (kWh) angegeben.

Die vereinfachte Formel lautet:

JAZ = erzeugte Wärmemenge (kWh) ÷ Stromverbrauch der Wärmepumpe (kWh)

Beispiel für die Berechnung der Jahresarbeitszahl

Erzeugt eine Wärmepumpe innerhalb des betrachteten Jahres 12.000 kWh Wärme und benötigt dafür 3.000 kWh Strom, ergibt sich:

12.000 kWh ÷ 3.000 kWh = JAZ 4

Die Wärmepumpe hat damit viermal so viel Wärme bereitgestellt, wie sie elektrische Energie eingesetzt hat.

Für eine möglichst aussagekräftige Ermittlung müssen die Wärme- und Strommengen für das betrachtete System korrekt erfasst werden. Ein Wärmemengenzähler kann die bereitgestellte Wärme und ein entsprechender Stromzähler den Stromverbrauch erfassen.

Was ist eine gute Jahresarbeitszahl bei Wärmepumpen?

Eine gute Jahresarbeitszahl lässt sich nicht für jede Wärmepumpe mit demselben Wert angeben. Wie die JAZ einzuordnen ist, hängt unter anderem vom Wärmepumpentyp, der genutzten Wärmequelle, dem Gebäude und den erforderlichen Systemtemperaturen ab.

Grundsätzlich gilt: Je höher die Jahresarbeitszahl, desto mehr Wärme stellt die Wärmepumpe im Verhältnis zum eingesetzten Strom bereit.

Deshalb sollte eine JAZ nicht isoliert bewertet werden. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe arbeitet beispielsweise unter anderen Bedingungen als eine Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe. In Praxisangaben werden für unterschiedliche Wärmepumpenarten entsprechend verschiedene JAZ-Bereiche genannt.

Welche Jahresarbeitszahl ist realistisch?

Welche Jahresarbeitszahl bei einer Wärmepumpe realistisch ist, hängt wesentlich von den Bedingungen vor Ort ab. Dazu gehören insbesondere Wärmequelle, benötigte Vorlauftemperatur, Gebäude und Heizsystem.

Als Orientierung werden in Praxisquellen häufig folgende Bereiche genannt:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: etwa JAZ 3 bis 4

  • Sole-Wasser-Wärmepumpe: häufig etwa JAZ 4 bis 5

  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe: häufig etwa JAZ 4 bis 5 oder darüber

Die tatsächliche JAZ einer konkreten Anlage kann von solchen Orientierungswerten abweichen. Eine solche Wärmepumpe-JAZ-Tabelle eignet sich deshalb zur groben Orientierung, ersetzt aber keine Bewertung des individuellen Gebäudes und der konkreten Heizungsanlage.

Ist eine Jahresarbeitszahl von 4,5 für eine Luftwärmepumpe realistisch?

Eine Jahresarbeitszahl von 4,5 kann bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe unter günstigen Bedingungen erreicht werden, liegt aber oberhalb der Bereiche, die verschiedene Praxisquellen als typisch angeben.

Ob ein solcher Wert tatsächlich erreicht wird, hängt stark von den individuellen Rahmenbedingungen ab. Niedrige erforderliche Heiztemperaturen und eine auf das Gebäude abgestimmte Anlage können die Effizienz begünstigen.

Deshalb sollte eine JAZ von 4,5 nicht pauschal für jede Luftwärmepumpe erwartet werden.

Welche Faktoren beeinflussen die Jahresarbeitszahl?

Die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Besonders wichtig ist, welchen Temperaturunterschied die Wärmepumpe zwischen ihrer Wärmequelle und dem Heizsystem überwinden muss.

Einfluss haben unter anderem:

  • Wärmequelle: Luft, Erdreich oder Grundwasser bieten unterschiedliche Betriebsbedingungen.

  • Vorlauftemperatur: Je niedriger die benötigte Temperatur des Heizwassers ausfallen kann, desto günstiger sind grundsätzlich die Voraussetzungen für einen effizienten Wärmepumpenbetrieb.

  • Heizsystem: Flächenheizungen wie eine Fußbodenheizung können mit vergleichsweise niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten.

  • Gebäude: Wärmebedarf und energetischer Zustand beeinflussen die Betriebsbedingungen.

  • Warmwasserbereitung: Auch die benötigten Temperaturen für Warmwasser können sich auf die Gesamteffizienz auswirken.

  • Außentemperaturen: Besonders bei Luft-Wasser-Wärmepumpen verändert sich die Temperatur der verfügbaren Außenluft im Jahresverlauf.

Deshalb können selbst zwei Wärmepumpen desselben Modells im praktischen Betrieb unterschiedliche Jahresarbeitszahlen erreichen.

Was ist der Unterschied zwischen JAZ und COP?

JAZ und COP beschreiben beide die Effizienz einer Wärmepumpe, beziehen sich aber auf unterschiedliche Betrachtungsweisen.

Der COP (Coefficient of Performance) beschreibt das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetzter elektrischer Energie bei festgelegten Betriebsbedingungen. Er ermöglicht dadurch unter anderem den Vergleich von Wärmepumpen unter definierten Bedingungen.

Die Jahresarbeitszahl betrachtet dagegen die Effizienz über einen längeren Betriebszeitraum und berücksichtigt damit die konkreten Bedingungen des jeweiligen Wärmepumpensystems.

Vereinfacht gesagt:

  • COP: Effizienz bei bestimmten festgelegten Betriebsbedingungen

  • JAZ: Effizienz der Wärmepumpe über einen längeren Zeitraum im jeweiligen System

Die beiden Kennzahlen sollten deshalb nicht miteinander gleichgesetzt werden.

Kann man die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe vorab berechnen?

Die zu erwartende Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe kann vor der Installation rechnerisch abgeschätzt werden. Dafür werden unter anderem Daten zur Wärmepumpe, zum Gebäude, zur Wärmeverteilung und zu den örtlichen Temperaturen berücksichtigt.

Der Bundesverband Wärmepumpe bietet beispielsweise einen JAZ-Rechner, dessen Berechnung nach dem Verfahren der VDI 4650 Blatt 1: 2024-02 erfolgt.

Wichtig ist die Unterscheidung: Eine im Voraus berechnete JAZ ist nicht dasselbe wie eine aus dem späteren tatsächlichen Energieverbrauch ermittelte Jahresarbeitszahl.

Wie kann ich die Jahresarbeitszahl meiner Wärmepumpe nachweisen?

Wie die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe nachgewiesen wird, hängt davon ab, wofür der Nachweis benötigt wird.

Für entsprechende Berechnungen stellt beispielsweise der Bundesverband Wärmepumpe einen JAZ-Rechner nach dem Verfahren der VDI 4650 Blatt 1: 2024-02 bereit. Der dort erstellte Report kann laut Bundesverband Wärmepumpe als Nachweis bei der KfW verwendet werden.

Soll dagegen die tatsächlich erreichte JAZ einer bereits betriebenen Wärmepumpe bestimmt werden, werden die erzeugte Wärmemenge und die dafür eingesetzte elektrische Energie benötigt.

Welche Jahresarbeitszahl wird für die Wärmepumpen-Förderung benötigt?

Bei der Förderung einer Wärmepumpe sollten die jeweils aktuellen Förderbedingungen geprüft werden. Die KfW hat ihre Bedingungen für die Heizungsförderung zuletzt im Jahr 2026 angepasst. Wärmepumpen gehören weiterhin zu den im Rahmen der Heizungsförderung berücksichtigten Heizungsanlagen.

Für eine geplante Förderung sollten deshalb immer die zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden technischen Mindestanforderungen der KfW beziehungsweise der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) geprüft werden.

Warum ist die Jahresarbeitszahl bei einer Wärmepumpe wichtig?

Die Jahresarbeitszahl macht die Effizienz einer Wärmepumpe verständlich und vergleichbar. Sie zeigt, wie viel Wärme im Verhältnis zur eingesetzten elektrischen Energie bereitgestellt wird.

Eine höhere JAZ bedeutet dabei, dass für dieselbe Wärmemenge weniger Strom benötigt wird. Dadurch ist die Kennzahl besonders hilfreich, um den tatsächlichen Betrieb einer Wärmepumpe zu beurteilen und den Strombedarf besser einzuordnen.