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Balkonkraftwerk
Was ist ein Balkonkraftwerk?
Ein Balkonkraftwerk ist eine kleine, steckerfertige Photovoltaik-Solaranlage, mit der auch Mieter und Wohnungseigentümer ohne eigenes Hausdach selbst Solarstrom erzeugen können. Die Anlage wird an einem sonnigen Standort wie dem Balkon, der Terrasse, an der Hausfassade, auf dem Garagendach oder im Garten montiert und über eine Steckdose direkt mit dem Haushaltsstromnetz verbunden. Der erzeugte Solarstrom wird in das Wohnungsnetz eingespeist und steht den angeschlossenen Geräten im Haushalt sofort zur Verfügung.
Die Anlage besteht meist aus ein bis vier Photovoltaik-Modulen, einem Wechselrichter im Balkonkraftwerk und einem Anschlusskabel. Der Wechselrichter wandelt den von den Modulen erzeugten Gleichstrom in haushaltsüblichen Wechselstrom um, sodass der Solarstrom direkt im Haushalt genutzt werden kann.
Im Gegensatz zu großen Solaranlagen auf dem Dach besteht sind Balkonkraftwerke deutlich kleiner, günstiger und ohne aufwendige Installation nutzbar. Sie eignen sich besonders für Haushalte mit begrenztem Platz oder ohne Möglichkeit, eine klassische Photovoltaikanlage zu installieren, und bieten einen einfachen Einstieg in die Nutzung von Solarenergie.
Ziel eines Balkonkraftwerks ist es, einen Teil des täglichen Stromverbrauchs direkt mit selbst erzeugter Sonnenenergie zu decken. Dadurch wird weniger Strom aus dem öffentlichen Netz benötigt, was die Stromkosten senkt und gleichzeitig zum Klimaschutz beiträgt. Balkonkraftwerke sind für den Eigenverbrauch gedacht, nicht für die Einspeisung ins öffentliche Netz mit Vergütung. Die direkte Nutzung des Solarstroms steht im Vordergrund.
Wie funktioniert ein Balkonkraftwerk?
Die Funktionsweise einer Photovoltaik-Balkonanlage ist einfach: Die Photovoltaik-Module wandeln Sonnenlicht in elektrischen Gleichstrom um. Dieser Strom kann im Haushalt noch nicht direkt genutzt werden, weshalb ein Wechselrichter im Balkonkraftwerk notwendig ist. Er wandelt den Gleichstrom in haushaltsüblichen Wechselstrom (230 Volt) um.
Der erzeugte Strom wird anschließend über eine Steckdose in das Hausnetz eingespeist.
Alle eingeschalteten Geräte greifen automatisch zuerst auf den Solarstrom zurück. Reicht dieser nicht aus, wird zusätzlicher Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen. Überschüssiger Strom wird ins Netz eingespeist (Balkonkraftwerk Einspeisung), in der Regel ohne Vergütung.
Das bedeutet: Je mehr Strom tagsüber im Haushalt verbraucht wird, desto stärker lohnt sich das Solar-Balkonkraftwerk, da mehr Eigenverbrauch und weniger Netzstrom nötig sind.
Aufbau eines Balkonkraftwerks und wichtige Vorrausetzungen
Eine Balkonkraftwerk besteht aus wenigen, aber entscheidenden Bauteilen:
Photovoltaik-Module, die Sonnenlicht in Strom umwandeln
ein Wechselrichter für das Balkonkraftwerk, der den Strom für den Haushalt nutzbar macht
ein Montagesystem für Balkon, Fassade oder Boden
Anschlusskabel und Netzstecker
Für einen guten Stromertrag spielt die Montage eine entscheidende Rolle. Besonders wichtig sind:
möglichst freie Sonneneinstrahlung ohne dauerhafte Verschattung
Ausrichtung idealerweise nach Süden
ein Neigungswinkel, der das Sonnenlicht gut einfängt (30 bis 35 Grad)
Auch bei Ost- oder Westausrichtung kann sich ein Balkonkraftwerk lohnen, die Stromausbeute fällt dann jedoch etwas geringer aus. Viele Systeme lassen sich heute zusätzlich per App überwachen, sodass Nutzer und Nutzerinnen jederzeit sehen können, wie viel Strom ihr Photovoltaik-Balkonkraftwerk aktuell produziert und wie hoch die bisherigen Einsparungen sind.
Maximale Leistung beim Balkonkraftwerk: Was ist in Deutschland erlaubt?
In Deutschland ist die Einspeiseleistung von Balkonkraftwerken gesetzlich begrenzt. Aktuell dürfen Anlagen ohne aufwendige Genehmigung bis zu 800 Watt ins Hausnetz einspeisen. Diese Grenze gilt bundesweit und ist seit 2024 einheitlich festgelegt. Entscheidend ist dabei die Leistung des Wechselrichters, nicht die der Photovoltaik-Module.
Das bedeutet:
Die Photovoltaik-Module dürfen theoretisch mehr Leistung haben.
Der Wechselrichter des Balkonkraftwerks regelt die Einspeisung automatisch auf 800 Watt.
Früher lag die zulässige Einspeiseleistung häufig bei 600 Watt. Durch die Erhöhung auf 800 Watt lässt sich heute deutlich mehr eigener Solarstrom nutzen, was die Wirtschaftlichkeit von Balkon-Solaranlagen verbessert und die Amortisationszeit verkürzt.
Größere Anlagen mit deutlich höherer Einspeiseleistung, etwa um die 2.000 Watt, gelten rechtlich nicht mehr als Balkonkraftwerke, sondern als vollwertige Photovoltaik-Solaranlagen. Diese unterliegen anderen technischen Anforderungen, müssen anders angemeldet und aufwendiger installiert werden. Die 800-Watt-Grenze für Balkonkraftwerke ist daher optimal gewählt: Sie ermöglicht spürbare Stromerträge, bleibt rechtlich einfach und ist ohne aufwendige Genehmigungen nutzbar.
Balkonkraftwerk mit Stromspeicher: Vorteile, Nachteile und Wirtschaftlichkeit
Optional lässt sich zum Balkonkraftwerk ein Stromspeicher ergänzen. Wer ein Balkonkraftwerk mit Speicher kaufen möchte, kann überschüssigen Solarstrom zwischenspeichern und später nutzen, etwa abends oder nachts. So steigt der Eigenverbrauch, und weniger Strom wird ungenutzt ins öffentliche Netz eingespeist. Besonders vorteilhaft ist ein Speicher, wenn der Hauptverbrauch überwiegend abends stattfindet oder tagsüber nur wenig Strom benötigt wird.
Vorteile eines Speichersystems:
Höherer Eigenverbrauch der selbst erzeugten Energie
Reduzierung des Netzbezugs, auch bei geringer Sonneneinstrahlung
Flexiblere Nutzung von Haushaltsgeräten abends oder nachts
Nachteile und Grenzen:
Relativ hohe Anschaffungskosten
Zusätzlicher Platzbedarf auf Balkon oder im Haushalt
Alterung der Batterie reduziert langfristig die Kapazität
Für viele Haushalte ist ein Balkonkraftwerk ohne Speicher wirtschaftlich attraktiver, da die Anschaffungskosten niedriger sind und sich die Anlage schneller amortisiert. Speicher lohnen sich vor allem, wenn der Eigenverbrauch ohne Batterie sehr gering wäre oder besonders viel Wert auf Unabhängigkeit vom Stromnetz gelegt wird.
Wie viel Strom spart ein Balkonkraftwerk pro Jahr?
Die Stromersparnis eines Balkonkraftwerks hängt von mehreren Faktoren ab: der Größe der Anlage, der Ausrichtung der Photovoltaik-Module, der Sonneneinstrahlung und dem eigenen Stromverbrauch. Ein 800-Watt-System liefert unter optimalen Bedingungen etwa 600 bis 900 Kilowattstunden pro Jahr.
Praxisbeispiele für den Eigenverbrauch:
Kühlschrank, Fernseher, WLAN-Router oder Computer können größtenteils durch Solarstrom betrieben werden
Standby-Verbraucher lassen sich komplett aus eigener Erzeugung versorgen
Geräte mit hoher Leistung, wie Waschmaschinen oder Wasserkocher, können teilweise unterstützt werden
Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 30 bis 35 Cent pro Kilowattstunde lassen sich so jährlich zwischen 180 und 315 Euro an Stromkosten einsparen. Damit amortisiert sich ein typisches Balkonkraftwerk oft schon nach 3 bis 6 Jahren.
Eigenverbrauch beim Balkonkraftwerk optimieren: So nutzen Sie den Solarstrom effizient
Geräte tagsüber laufen lassen, wenn die Sonne scheint (z. B. Kühlschrank, Waschmaschine bei Anwesenheit)
Standby-Verbrauch minimieren, um mehr Solarstrom zu nutzen
Optional einen Stromspeicher integrieren, um überschüssigen Strom auch abends zu nutzen
Durch eine geschickte Nutzung von Eigenverbrauch lässt sich der Anteil des selbst erzeugten Stroms deutlich erhöhen und die Stromkosten weiter senken. Ein Balkonkraftwerk wird dadurch nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich attraktiv.
Lohnt sich ein Balkonkraftwerk wirtschaftlich?
Ob sich ein Balkonkraftwerk lohnt, hängt vor allem vom Eigenverbrauch ab. Je mehr Solarstrom direkt im Haushalt genutzt wird, desto größer ist die Ersparnis. Bei typischen Strompreisen können jährlich spürbare Beträge eingespart werden, wodurch sich viele Anlagen innerhalb weniger Jahre amortisieren.
Besonders geeignet sind Balkonkraftwerke für Haushalte:
mit konstantem Grundverbrauch
mit Anwesenheit tagsüber (z. B. Homeoffice)
mit guter Sonneneinstrahlung am Balkon oder Standort
Weniger attraktiv ist die Nutzung eines Balkonkraftwerks bei dauerhafter Verschattung oder wenn fast ausschließlich abends Strom verbraucht wird. In solchen Fällen fällt die Einsparung geringer aus, weshalb sich die Anschaffung langsamer rechnet.
Anmeldung, Stromzähler und Förderung für Balkonkraftwerke
Jedes Balkonkraftwerk muss im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden. Die Anmeldung ist kostenlos und online möglich. Zusätzlich kann ein Zählerwechsel erforderlich sein, wenn noch ein alter Stromzähler ohne Rücklaufsperre vorhanden ist. Der Netzbetreiber übernimmt diesen Austausch in der Regel.
In vielen Regionen gibt es außerdem kommunale oder landesweite Programme zur Balkonkraftwerk-Förderung, die einen Teil der Anschaffungskosten übernehmen. Diese Zuschüsse können die Wirtschaftlichkeit deutlich verbessern. Die genauen Bedingungen unterscheiden sich je nach Wohnort.