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Dynamischer Strom · 09.06.2026

Ein Jahr dynamischer Stromtarif: Was Familie Haase heute anders macht

Anna Wirt
Redaktion Energie & Alltag
Familie Haase in ihrer Küche.
© Joachim Lührs

Vor einem Jahr hat Malte Haase aus dem Landkreis Celle den dynamischen Stromtarif der SVO das erste Mal ausprobiert – damals noch als Experiment, ohne Energiemanagementsystem, mit dem Kundenportal auf dem Smartphone und einem guten Gefühl für Technik. Heute, ein Jahr später, läuft das System rund: Wallbox, Wärmepumpe, PV-Anlage, Speicher und SVO I cor E als intelligentes Energiemanagementsystem, das die meiste Arbeit übernimmt. Das Experiment ist längst Alltag geworden.

In diesem Erfahrungsbericht blickt Malte Haase zurück auf ein Jahr stündlich schwankende Strompreise, zeigt, was sich in seinen Gewohnheiten verändert hat und rechnet offen vor, was sich finanziell getan hat.

Ausgangslage – Neubau mit moderner Energietechnik

Familie Haase lebt seit rund einem Jahr in ihrem Neubau in Bockelskamp, einer kleinen Gemeinde im Landkreis Celle. Der Garten ist angelegt, auf dem Rasen tobt der Hund mit dem Sohnemann und im Haus läuft die Technik auf Hochtouren: PV-Anlage auf dem Dach, Wärmepumpe im Haus, Stromspeicher im Keller, Smart Meter im Zählerschrank und seit Frühjahr 2026 eine Wallbox in der Garage.

Ich nehme die Dinge gerne selbst in der Hand. Mit PV, Speicher und dynamischem Tarif habe ich unsere Verbräuche besser unter Kontrolle, und als jemand, der Technik spannend findet, macht mir genau das auch Spaß.

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Ausgangsdaten von Familie Haase

  • Haushalt: 3 Personen, 185‑m²‑Neubau in Bockelskamp, Landkreis Celle

  • Jahresstrombedarf: rund 5.000 kWh

  • E‑Auto: ca. 12.500 km Fahrleistung pro Jahr (Wallbox seit Frühjahr 2026)

  • Infrastruktur: PV-Anlage, Stromspeicher, Wärmepumpe, Intelligentes Messsystem, Energiemanagementsystem SVO I cor E

Einen ersten Einblick in die Anfangszeit gibt der Beitrag „SVO Strom | dynamisch – aus erster Hand getestet“.

„Wir wollten Strom nicht mehr nur verbrauchen, sondern managen“

Warum sich auf einen Tarif einlassen, bei dem der Preis stündlich schwankt? Für Malte Haase war die Antwort einfach: Wer eine PV-Anlage hat, denkt ohnehin in Energieflüssen.

Ich wollte unabhängig sein. Wenn ich weiß, wann Strom günstig ist, kann ich etwas tun. Wir haben heute das Gefühl, die Energiekosten aktiv zu steuern. Das passt zu unserem Anspruch, möglichst klimafreundlich zu leben.

Im Alltag zeigt sich das in konkreten Verschiebungen:

  • Die Waschmaschine läuft bevorzugt mittags, wenn die PV-Anlage auf Hochtouren produziert.

  • Das E Auto lädt überwiegend mit überschüssigem PV-Strom bzw. nachts, wenn die Börsenpreise regelmäßig auf ihr Tagesminimum fallen.

  • Die Wärmepumpe nutzt flexible Heizfenster, statt mit gleichmäßiger Leistung durchzulaufen.

Früher hat man Geräte einfach angemacht, wenn es passte. Heute überlegen wir kurz: Muss das jetzt sein oder reicht es auch in zwei Stunden, wenn es günstiger ist?

Entlastet wird er dabei durch das Energiemanagementsystem SVO I cor E. Es überwacht die Energieflüsse im Haus, steuert Speicher, Wärmepumpe und Wallbox automatisch nach Preis- und Produktionsdaten und macht aus bewussten Entscheidungen eine Routine.

Man gibt vor, was einem wichtig ist – etwa, bis wann das Auto voll sein soll – und das System sucht sich die passenden Stunden. Das ist es, was den Unterschied macht.

Mehr zu Energiemanagementsystem SVO I cor E

Sommer vs. Winter – wie sich der Tarif über das Jahr anfühlt

Im Sommer dominiert die eigene Produktion. „Von Frühjahr bis Herbst produzieren wir so viel selbst, dass der Börsenpreis für unseren Haushaltsstrom meist keine Rolle mehr spielt“, erzählt Haase. Besonders interessant werden die Momente, in denen die Preise ins Minus drehen, ein Effekt, der bei sehr hoher Einspeisung aus Wind und Sonne immer wieder auftreten kann.

Wenn die Preise negativ werden, lade ich das E‑Auto auch mal extra voll.

Im Winter verschiebt sich das Verhältnis: weniger Eigenproduktion, höhere Nachfrage durch die Wärmepumpe und trotzdem lässt sich sparen.

Im Winter muss man mit Auge arbeiten. Über den Tag sind die Preise oft ähnlich wie bei einem guten Sondertarif. Aber nachts sind sie fast ausnahmslos niedriger. Dann lassen wir den Speicher gezielt aus dem Netz laden, damit wir morgens und abends die teuren Spitzen ausgleichen können.

Das Energiemanagementsystem übernimmt in diesen Phasen die Koordination: Es prüft laufend die Preiskurven, entscheidet, wann der Speicher laden soll, und entlastet Haase damit von täglichen Entscheidungen.

Am Anfang schaut man ständig rein, weil es einfach spannend ist. Mit der Zeit wird der Blick in die App zur wöchentlichen Sache. Die Grundlogik hat man verinnerlicht, den Rest übernimmt die Technik.

Was unter dem Strich bleibt: Familie Haases erstes Jahr in Zahlen

Beispielrechnung: Nach einem Jahr zieht Malte Haase eine konkrete Bilanz

Position

Betrag

Hinweis

Einspeisevergütung (Jahresabschlag)

ca. 990 €

45 € monatlicher Abschlag

Einmalige Nachzahlung Einspeisung

ca. 210 €

Jahresabrechnung

Einnahmen gesamt

ca. 1.200 €

Stromkosten (Bezug aus dem Netz)

ca. 800 €

inkl. Wärmepumpe

Saldo

+ ca. 400 €

Überschuss im ersten vollständigen Jahr

Das Ergebnis: über das Jahr gesehen mehr eingenommen als ausgegeben. Die Wallbox wird seit dem Frühjahr 2026 aktiv genutzt. Dadurch wird die Familie zwar weniger Einspeisen, dafür aber deutlicher bei den Kosten für das Laden des E-Autos sparen.

Natürlich müssen die Anlagen irgendwann abbezahlt sein. Aber das Gefühl, saisonal autark zu sein und dabei noch ein Plus zu machen, ist schon was anderes, als früher die Gasrechnung zu erhalten oder an der Zapfsäule zu stehen.

Fazit:

Wunder darf man nicht erwarten, aber wir fahren insgesamt günstiger als mit einem klassischen Sondertarif. Vor allem, weil wir große Verbraucher verschieben können – Speicher, Wärmepumpe, E‑Auto. Der dynamische Tarif lohnt sich für Menschen, die bereits auf individuelle Energielösungen setzen und Spaß an der Technik haben.

So funktioniert der dynamische Tarif

Ganz ohne Umgewöhnung geht es nicht. Der größte Unterschied zu einem klassischen Tarif: Es gibt keinen festen Arbeitspreis mehr. Stattdessen bildet sich der Preis viertelstündlich am Markt, abhängig davon, wie viel Wind- und Solarstrom gerade eingespeist wird und wie hoch die Nachfrage ist.

Die Vorstellung, dass Strom um 18 Uhr teurer ist als nachts um drei, war am Anfang ungewohnt. Man muss einmal verstehen, dass der Preis vom Börsenhandel abhängt, dann ergibt alles Sinn.

Voraussetzung für einen dynamischen Tarif ist ein intelligentes Messsystem (Smart Meter), das den Verbrauch zeitgenau erfasst und mit den aktuellen Börsenpreisen verknüpft.

Expertenbeitrag zum dynamischen Stromtarif

Für wen lohnt sich ein dynamischer Tarif?

Aus Sicht von Familie Haase lohnt sich ein dynamischer Tarif besonders für Haushalte, die:

  • eine PV-Anlage und möglichst einen Stromspeicher besitzen,

  • eine Wärmepumpe oder andere große Verbraucher im Haus haben,

  • ein E‑Auto laden und die Ladezeiten flexibel verschieben können,

  • und bereit sind, ihre Energieversorgung über ein Energiemanagement zu steuern.

Wer in einer Wohnung ohne steuerbare Geräte lebt und einfach nur einen konstanten Preis möchte, ist mit einem klassischen Tarif wahrscheinlich besser dran. Für uns mit Haus, PV, Speicher und E‑Auto ist der dynamische Tarif dagegen ideal.

Grundsätzlich gilt: Wer ein Haus oder eine geeignete Dachfläche besitzt und über eine PV-Anlage nachdenkt, hat heute gute Argumente – als Investition in Kostenersparnis, als Beitrag zur Energiewende und als Absicherung gegen künftige Preisentwicklungen.

Fazit von Familie Haase – und der nächste Schritt

Nach einem Jahr fällt das Fazit von Malte Haase positiv und konkret aus:

Der dynamische Tarif der SVO hat unseren Blick auf Energie verändert. Wir verbrauchen Strom nicht mehr nur, wir managen ihn. Und wir haben das Gefühl, dass wir damit gut aufgestellt sind – auch für zukünftige Preisentwicklungen.

Wer eine ähnliche Ausgangslage hat – also mit PV-Anlage, Wärmepumpe und E‑Auto lebt – kann mit SVO Strom | dynamisch prüfen, ob ein dynamischer Tarif zur eigenen Situation passt.

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