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News · 08.01.2026

SVO-Gruppe übernimmt Gemeindewerke Wietze vollständig

Übernahme der Gemeindewerke Wietze.

Die SVO-Gruppe übernimmt die Gemeindewerke Wietze komplett. Im Dezember hat die Celle-Uelzen Netz GmbH (CUN) als Netzbetreiber der SVO-Gruppe die verbliebenen 51 Prozent der Anteile von der Energieversorgung Celle Land GmbH (EVC) gekauft. In diesem Jahr sollen die Gemeindewerke in der CUN aufgehen.

Der Schritt hat einen klaren Grund: Kleine Netzbetreiber geraten immer stärker unter Druck. Die Regeln werden strenger, Investitionen teurer, Spielräume kleiner. Wer allein bleibt, zahlt doppelt – für Verwaltung, Prüfungen und fehlende Größe. Wie viele andere Gesellschaften dieser Art in Deutschland wurden die Gemeindewerke Wietze noch in einer anderen Zeit gegründet. Damals galt die Übernahme von Stromnetzen als attraktiver Weg, kommunalen Einfluss auf die Energie-Infrastruktur zu sichern. Operativ verantwortlich waren industrielle Partner, die - wie hier die CUN - die Betriebsführung erbrachten. Dieses Modell funktionierte auch bei den Gemeindewerken Wietze viele Jahre sehr gut. Es brachte den Kommunen gute Ergebnisse ein.

Anpassungen im Energierecht und in der Regulierung sowie eine zunehmend restriktive Anerkennung von Kosten durch die Bundesnetzagentur führen dazu, dass gerade kleine, eigenständige Netzgesellschaften strukturell unter Druck geraten. Doppelte Verwaltungs- und Prüfungskosten, begrenzte Skaleneffekte und nicht anerkennungsfähige Verrechnungsbeziehungen schlagen heute unmittelbar auf die Ergebnisse durch. So zeichnete sich bei den Gemeindewerken Wietze ab, dass das bisherige Modell nicht mehr zukunftsfähig ist. Ohne Umbau hätten bereits in 2025 und den Folgejahren Verluste gedroht. Gleichzeitig muss das Netz ausgebaut und erneuert werden, um den Anforderungen der Energiewende gerecht werden zu können.

"Wir haben lange geprüft, wie es weitergehen soll und wir haben uns natürlich angesehen, wie es andere machen - zum Beispiel in der benachbarten Region Hannover", sagt EVC-Geschäftsführer Ramon Guse. Dort seien die Eigentümer der Stadtwerke Garbsen mit Blick auf die für die Energiewende erforderlichen Investitionen zu dem Schluss gekommen, dass der Verkauf der Energienetze die beste Lösung ist. Am Ende der Analyse war auch bezogen auf die Gemeindewerke Wietze für die EVC klar: "In einer größeren Struktur lässt sich das Stromnetz verlässlicher und wirtschaftlicher betreiben."

Mit der vollständigen Übernahme will die SVO-Gruppe Doppelarbeit abbauen, regulatorische Nachteile vermeiden und Skaleneffekte nutzen. Künftige Investitionen sollen sich so leichter finanzieren lassen, auch unter den zunehmend strengeren Vorgaben der Regulierung. "Die Kommunen gehen kein finanzielles Risiko mehr ein und bleiben über uns trotzdem beteiligt", sagt SVO-Geschäftsführer Holger Schwenke. "Außerdem können wir mit unserer Finanzstärke die anstehenden Investitionen besser schultern als finanziell zunehmend unter Druck stehende Kommunen."

Porträt eines Mannes mit kurzen roten Haaren, Bart und weißem Hemd vor hellem Hintergrund.
Pressesprecher

Thomas Hans