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Stromkosten: Berechnung, Vergleich und Spartipps
Was sind Stromkosten?
Stromkosten sind die gesamten Kosten, die für den Stromverbrauch eines Haushalts oder Unternehmens anfallen. Wie hoch sie ausfallen, hängt vor allem vom persönlichen Stromverbrauch, dem Arbeitspreis pro Kilowattstunde (kWh) und dem Grundpreis des gewählten Stromtarifs ab.
Der Arbeitspreis gibt an, wie viel jede verbrauchte Kilowattstunde Strom kostet. Der Grundpreis wird dagegen unabhängig vom Verbrauch berechnet und fällt üblicherweise monatlich oder jährlich an.
Dadurch können zwei Haushalte mit demselben Stromverbrauch unterschiedliche Stromkosten haben, wenn ihre Stromtarife voneinander abweichen.
Wie kann man die Stromkosten berechnen?
Die Stromkosten lassen sich berechnen, indem der jährliche Stromverbrauch mit dem Arbeitspreis pro Kilowattstunde multipliziert und anschließend der jährliche Grundpreis addiert wird.
Die vereinfachte Formel lautet:
Stromkosten pro Jahr = Stromverbrauch in kWh × Arbeitspreis pro kWh + jährlicher Grundpreis
Ein Beispiel:
Ein Haushalt verbraucht 3.500 kWh Strom im Jahr. Beträgt der Arbeitspreis beispielsweise 0,35 Euro pro kWh und der Grundpreis 180 Euro pro Jahr, ergibt sich:
3.500 kWh × 0,35 Euro = 1.225 Euro
1.225 Euro + 180 Euro Grundpreis = 1.405 Euro Stromkosten pro Jahr
Monatlich entspräche das in diesem vereinfachten Rechenbeispiel durchschnittlich rund 117 Euro.
Die Werte im Beispiel sind bewusst angenommene Zahlen zur Veranschaulichung und keine aktuellen SVO-Tarifpreise.
Wie hoch sind die Stromkosten für einen Jahresverbrauch von 3.500 kWh?
Wie viel 3.500 kWh Strom kosten, hängt vom jeweiligen Arbeitspreis und Grundpreis des Stromtarifs ab. Deshalb lässt sich allein aus dem Verbrauch noch kein allgemeingültiger Rechnungsbetrag ableiten.
Mit der oben genannten Beispielannahme von 35 Cent/kWh und 180 Euro jährlichem Grundpreis ergeben sich 1.405 Euro im Jahr.
Für die eigenen Kosten empfiehlt es sich deshalb, den persönlichen Arbeitspreis und Grundpreis aus dem bestehenden Stromvertrag oder der letzten Stromrechnung in die Berechnung einzusetzen.
Wie hoch sind die Stromkosten pro kWh?
Die Stromkosten pro kWh werden im Stromtarif über den Arbeitspreis angegeben. Dieser zeigt, wie viel jede verbrauchte Kilowattstunde Strom kostet. Zusätzlich fällt bei vielen Stromtarifen ein verbrauchsunabhängiger Grundpreis an.
Der tatsächliche Strompreis unterscheidet sich je nach Tarif, Anbieter, Region und Verbrauchssituation. Die Bundesnetzagentur unterteilt die Bestandteile des Strompreises unter anderem in Energiebeschaffung und Vertrieb, Netzentgelte und Messentgelte, Steuern sowie Abgaben und Umlagen.
Deshalb ist es wichtig, beim Stromkostenvergleich nicht allein auf den Arbeitspreis pro kWh zu achten, sondern auch den Grundpreis einzubeziehen.
Wie hoch sind die Stromkosten für 1 oder 2 Personen?
Die Stromkosten eines 1- oder 2-Personen-Haushalts hängen nicht allein von der Anzahl der Bewohner ab, sondern vor allem vom tatsächlichen Stromverbrauch und Stromtarif.
Ein Einpersonenhaushalt kann beispielsweise einen vergleichsweise hohen Verbrauch haben, wenn Warmwasser elektrisch erzeugt wird oder viele stromintensive Geräte genutzt werden. Umgekehrt kann ein Zweipersonenhaushalt durch effiziente Geräte und ein sparsames Verbrauchsverhalten weniger Strom benötigen.
Für eine realistische Berechnung der Stromkosten für 1 Person oder der Stromkosten für einen 2-Personen-Haushalt ist daher der tatsächliche oder erwartete Jahresverbrauch in kWh deutlich aussagekräftiger als die Personenzahl allein.
Wie kann man Stromkosten vergleichen?
Um Stromkosten sinnvoll zu vergleichen, sollten die gesamten Jahreskosten betrachtet werden. Ein niedriger Arbeitspreis bedeutet nicht automatisch, dass ein Stromtarif insgesamt günstiger ist, wenn gleichzeitig ein hoher Grundpreis anfällt.
Für einen Stromkostenvergleich sind insbesondere folgende Werte wichtig:
Jahresstromverbrauch in kWh
Arbeitspreis in Cent/kWh
Grundpreis pro Monat oder Jahr
mögliche Preisgarantien und Vertragsbedingungen
gegebenenfalls weitere vertragliche Vergünstigungen
Gerade bei einem hohen Stromverbrauch fällt der Arbeitspreis stärker ins Gewicht. Die Bundesnetzagentur weist beispielsweise darauf hin, dass bei einem hohen Strombedarf ein Tarif mit höherem Grundpreis, aber niedrigerem Arbeitspreis günstiger sein kann.
Wie hoch sind die Stromkosten einer Wärmepumpe?
Die Stromkosten einer Wärmepumpe hängen insbesondere vom Wärmebedarf des Gebäudes, der Effizienz der Wärmepumpe und dem Strompreis ab.
Eine wichtige Kennzahl ist dabei die Jahresarbeitszahl (JAZ). Je effizienter die Wärmepumpe arbeitet, desto weniger elektrische Energie benötigt sie, um eine bestimmte Wärmemenge bereitzustellen.
Vereinfacht lässt sich der Strombedarf aus Wärmebedarf und JAZ abschätzen:
Strombedarf Wärmepumpe ≈ Wärmebedarf ÷ Jahresarbeitszahl
Benötigt ein Gebäude beispielsweise 12.000 kWh Wärme und erreicht die Wärmepumpe eine JAZ von 4, ergibt sich vereinfacht:
12.000 kWh ÷ 4 = 3.000 kWh Strom
Diese 3.000 kWh können anschließend mit dem jeweiligen Strompreis multipliziert werden, um die ungefähren Wärmepumpen-Stromkosten zu berechnen.
Wie berechnet man die Stromkosten eines E-Autos?
Die Stromkosten eines E-Autos lassen sich anhand des Stromverbrauchs des Fahrzeugs, der gefahrenen Strecke und des jeweiligen Ladepreises berechnen.
Grundsätzlich gilt:
Stromkosten E-Auto = benötigte Strommenge in kWh × Preis pro kWh
Wie hoch die tatsächlichen E-Auto-Stromkosten ausfallen, hängt insbesondere davon ab, wo das Fahrzeug geladen wird. Entscheidend ist daher, ob beispielsweise zu Hause oder an einer öffentlichen Ladestation geladen wird und welcher Preis pro kWh dort gilt.
Für den individuellen Kostenvergleich sollten deshalb der tatsächliche Verbrauch des Fahrzeugs und der persönliche Ladepreis verwendet werden.
Wie hoch sind die Stromkosten einer Nachtspeicherheizung?
Die Stromkosten einer Nachtspeicherheizung hängen vom Stromverbrauch der Heizung und dem dafür geltenden Stromtarif ab. Eine allgemeingültige Von-bis-Angabe wäre deshalb wenig aussagekräftig.
Für die Berechnung kann grundsätzlich dieselbe Formel verwendet werden:
Stromverbrauch der Nachtspeicherheizung × Arbeitspreis + Grundpreis = jährliche Stromkosten
Da eine elektrische Heizung einen hohen Strombedarf verursachen kann, ist insbesondere der Arbeitspreis des jeweiligen Heizstromtarifs für die Gesamtkosten relevant.
Wie kann man die Stromkosten im Haushalt senken?
Stromkosten lassen sich vor allem reduzieren, indem weniger Strom verbraucht oder ein günstigerer, zum Verbrauch passender Tarif genutzt wird.
Im Haushalt können insbesondere folgende Maßnahmen sinnvoll sein:
Stand-by-Verbrauch reduzieren: Geräte vollständig ausschalten, wenn sie nicht benötigt werden.
Effiziente Haushaltsgeräte wählen: Beim Neukauf neben dem Anschaffungspreis auch den Stromverbrauch berücksichtigen.
Beleuchtung optimieren: LEDs benötigen deutlich weniger Energie als ältere Beleuchtungstechnik.
Wasch- und Spülmaschinen sinnvoll nutzen: Geräte möglichst gut auslasten und geeignete Sparprogramme verwenden.
Stromverbrauch kontrollieren: Regelmäßiges Ablesen oder digitale Verbrauchsinformationen helfen, auffällige Verbräuche zu erkennen.
Stromtarif prüfen: Arbeitspreis und Grundpreis mit passenden Alternativen vergleichen.
Wer seine Stromkosten im Haushalt senken möchte, sollte deshalb zunächst herausfinden, welche Geräte einen besonders großen Anteil am eigenen Verbrauch haben. So können Einsparmaßnahmen gezielt dort ansetzen, wo sie tatsächlich Wirkung zeigen.
Warum verändern sich die Stromkosten?
Stromkosten können sich verändern, weil sowohl der persönliche Verbrauch als auch die Preise des Stromtarifs schwanken beziehungsweise angepasst werden können.
Der Strompreis besteht aus mehreren Komponenten. Nach Angaben der Bundesnetzagentur gehören dazu insbesondere:
Energiebeschaffung, Vertrieb und Gewinnmarge
Netzentgelte und Messentgelte
Umsatz- und Stromsteuer
Konzessionsabgabe und energiewirtschaftliche Umlagen
Ändern sich einzelne Preisbestandteile oder der persönliche Verbrauch, können sich dadurch auch die gesamten Stromkosten verändern.