Heizung fit für den Winter: Ihre Checkliste für die Heizsaison
Wenn die Temperaturen sinken, soll die Heizung zuverlässig funktionieren. Wer Heizkörper, Thermostate und Einstellungen rechtzeitig prüft, erkennt viele Auffälligkeiten früh und schafft gute Voraussetzungen für eine entspannte Heizsaison.
Wichtig: Nicht jede Aufgabe gehört in Eigenregie. Sichtprüfungen und einfache Einstellungen können Sie selbst erledigen. Bei Undichtigkeiten, Fehlermeldungen, wiederholtem Druckverlust oder Arbeiten am Wärmeerzeuger ist ein Fachbetrieb gefragt; in Mietwohnungen ist oft die Hausverwaltung der richtige erste Kontakt.
Checkliste: Heizungscheck vor dem Winter
Heizkörper entlüften: Wann ist es sinnvoll?
Gluckernde Geräusche oder Heizkörper, die oben nicht richtig warm werden, können auf Luft im Heizsystem hindeuten. Luft verhindert, dass sich das Heizwasser gleichmäßig im Heizkörper verteilt. Dadurch bleibt die Wärmeleistung hinter den Erwartungen zurück.
Das Entlüften ist bei vielen Heizkörpern eine einfache Maßnahme. Informieren Sie sich vorher aber in den Unterlagen zur Anlage oder bei der Hausverwaltung, besonders in Mehrfamilienhäusern mit zentraler Heizung.
Drehen Sie das Thermostat zunächst auf die höchste Stufe und halten Sie einen Entlüftungsschlüssel, ein Tuch und ein kleines Gefäß bereit. Öffnen Sie das Entlüftungsventil an der Seite des Heizkörpers vorsichtig, bis die Luft mit einem Zischen entweicht; sobald gleichmäßig Wasser austritt, schließen Sie das Ventil wieder.
Vorsicht: Das austretende Wasser kann heiß sein.
Prüfen Sie anschließend die Druckanzeige der Heizung. Wenn der Druck wiederholt absinkt oder Wasser austritt, sollten Sie nicht selbst nachfüllen oder reparieren, sondern Fachbetrieb beziehungsweise Hausverwaltung kontaktieren.
Heizungsdruck prüfen: Was sagt die Anzeige aus?
Viele Heizungsanlagen haben ein Manometer – eine Druckanzeige, die sich meist am Heizgerät oder in dessen Nähe befindet. Sie zeigt an, ob ausreichend Heizungswasser im System vorhanden ist.
Der richtige Druck ist nicht bei jeder Anlage gleich. Er hängt unter anderem von Gebäudehöhe, Heizsystem und Herstellerangaben ab. Deshalb gilt: Vergleichen Sie die Anzeige mit dem in den Unterlagen genannten Sollbereich. Auffällig niedriger oder regelmäßig schwankender Druck kann auf Luft im System, fehlendes Heizungswasser oder eine Undichtigkeit hinweisen.
Bei einer Mietwohnung sollten Sie einen ungewöhnlichen Druckwert der Hausverwaltung melden. Eigentümerinnen und Eigentümer wenden sich bei Unsicherheit oder wiederholtem Druckverlust an einen Fachbetrieb.
Thermostate und Heizkörper richtig nutzen
Auch ohne technische Arbeiten lässt sich die Heizsaison energiesparender gestalten:
Stellen Sie Heizkörper nicht mit Möbeln zu und verdecken Sie sie nicht mit langen Vorhängen.
Temperieren Sie Räume nach Nutzung: Wohnräume brauchen meist mehr Wärme als Schlafzimmer oder selten genutzte Zimmer.
Schließen Sie Türen zwischen unterschiedlich warmen Räumen, damit warme, feuchte Luft nicht in kühlere Räume gelangt.
Passen Sie programmierbare Heizzeiten Ihrem Alltag an, statt dauerhaft auf hoher Stufe zu heizen.
Lüften Sie kurz und kräftig, statt Fenster dauerhaft gekippt zu lassen.
So lässt sich Wärme besser im Raum verteilen und unnötiges Dauerheizen vermeiden.
Thermostat richtig einstellen: Was bedeuten Stufe 3 und Stufe 5?
Die Zahlen auf einem klassischen Heizkörperthermostat stehen nicht für die Heizgeschwindigkeit, sondern für die gewünschte Raumtemperatur. Höher drehen bedeutet deshalb nicht, dass der Raum schneller warm wird. Das Thermostat lässt den Heizkörper lediglich länger heizen, bis die höhere Zieltemperatur erreicht ist.
Als grobe Orientierung gilt bei vielen Thermostaten:
Stufe 1: etwa 12 °C
Stufe 2: etwa 16 °C
Stufe 3: etwa 20 °C
Stufe 4: etwa 24 °C
Stufe 5: etwa 28 °C
Stufe 3 ist für die meisten Wohnräume ein guter Ausgangspunkt. Stufe 5 ist für den normalen Wohnalltag meist nicht sinnvoll: Sie steht für eine sehr hohe Zieltemperatur von rund 28 °C. Wer einen Raum schneller warm bekommen möchte, sollte nicht dauerhaft höher drehen, sondern rechtzeitig heizen und den Heizkörper freihalten.
Die tatsächliche Temperatur kann je nach Thermostat, Raum, Gebäude und Heizsystem etwas abweichen. Nutzen Sie die Stufen daher als Orientierung und passen Sie sie an Ihr persönliches Wohlbefinden an.
Welche Raumtemperatur ist sinnvoll?
Raum | Richtwert | Thermostat als Startpunkt |
Wohnzimmer | etwa 20 °C | Stufe 3 |
Badezimmer | etwa 22 °C, vor allem zur Nutzungszeit | zwischen Stufe 3 und 4 |
Schlafzimmer | etwa 16 bis 18 °C | zwischen Stufe 2 und 3 |
Kinderzimmer | etwa 20 bis 22 °C, je nach Alter und Nutzung | Stufe 3 bis knapp 4 |
Die Werte sind Richtwerte. Besonders im Kinderzimmer spielen Alter, Aktivität und persönliches Empfinden eine Rolle. Räume sollten in der Heizperiode nicht vollständig auskühlen, weil dadurch Feuchtigkeit und Schimmel begünstigt werden können.
Was kann ich selbst machen – wann braucht es einen Fachbetrieb?
Selbst prüfen können Sie: sichtbare Auffälligkeiten an Heizkörpern und Rohren, ungewöhnliche Geräusche, die Funktion von Thermostaten, freie Heizkörper, Einstellungen sowie den angezeigten Heizungsdruck.
Fachbetrieb oder Hausverwaltung sind gefragt bei: Reparaturen, Arbeiten am Heizgerät, Gasgerät oder Brenner, sichtbaren Undichtigkeiten, wiederholtem Druckverlust, technischen Fehlermeldungen, ungewöhnlichen Gerüchen sowie fälliger Wartung.
Bei Gasgeruch gilt: Keine elektrischen Schalter betätigen, Fenster und Türen öffnen, das Gebäude verlassen und den Gasnetzbetreiber beziehungsweise Notdienst verständigen. Nutzen Sie dafür möglichst ein Telefon außerhalb des Gebäudes.
Häufige Fragen zur Heizsaison
Mit gutem Gefühl in die Heizsaison
Ein freier Heizkörper, funktionierende Thermostate und rechtzeitig erkannte Auffälligkeiten helfen, komfortabel und effizient durch den Winter zu kommen. Wenn Sie Fragen zu Wärme, Energieeffizienz oder passenden Lösungen für Ihr Zuhause haben, finden Sie bei der SVO-Gruppe Informationen und Beratung zu nachhaltigen Energielösungen.
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