Inhaltsverzeichnis

Elektromobilität · 24.06.2026

PV-Überschussladen: So laden Sie Ihr E-Auto mit Solarstrom

Jan Stelzer
Experte für Glasfaser & digitale Alltagstipps
Solaranlage und Elektroauto an der Wallbox.
© TechAnimationStock

Ein sonniger Dienstagvormittag in Celle. Die PV-Anlage auf dem Dach läuft seit Stunden auf Hochtouren. Vier Kilowatt fließen gerade ins öffentliche Netz, für acht Cent pro Kilowattstunde Einspeisevergütung. Auf der Einfahrt steht das E-Auto. Leer. Nicht angeschlossen. Oder es ist angeschlossen und elf Kilowatt fließen ins Auto. Sieben davon werden teuer aus dem Netz bezogen. Nach vier Stunden ist das Auto voll, aber die PV-Anlage produziert weiter kostenlosen Strom, der für wenig Geld ins Netz eingespeist wird.

Genau diese Situation erleben viele Haushalte mit eigener Solaranlage täglich. Selbst erzeugter Strom wandert ins Netz, während das Auto  für teures Geld aus dem Netz geladen wird. PV-Überschussladen dreht diesen Mechanismus um.

Viel besser wäre es, wenn dynamisch nur mit dem überschüssigen PV-Strom geladen würde und kein zusätzlicher Strom aus dem Netz bezogen werden müsste. Dann wäre das Laden besonders günstig und Sie nutzen PV-Energie bestmöglich.

Jetzt Wallbox anfragen

Wallbox-Überschussladung: Was steckt dahinter?

Eine PV-Anlage erzeugt tagsüber mehr Strom, als der Haushalt im selben Moment verbraucht. Dieser Überschuss landet normalerweise im Netz, und zwar zu einer Vergütung, die deutlich unter dem liegt, was Netzstrom kostet. Beim Überschussladen wird dieser Strom stattdessen direkt in den Akku des E-Autos gelenkt, damit möglichst kein Netzstrom für das Laden bezogen werden muss.

Das Prinzip ist einfach: Ein Messpunkt am Hausanschluss erkennt in Echtzeit, ob Strom ins Netz abfließt. Sobald das der Fall ist, gibt das Energiemanagementsystem SVO I cor E der Wallbox das Signal zum Laden. Das passiert automatisch, ohne dass Sie etwas tun müssen. Ändert sich das Wetter und sinkt der PV-Ertrag, drosselt das System die Ladeleistung entsprechend. Kommt die Sonne zurück, dreht es wieder auf.

Drei Varianten – eine klare Empfehlung

  • Beim manuellen Laden entscheiden Sie selbst, wann Sie das Auto anstecken und den Ladevorgang starten und wie Sie die entsprechende Ladeleistung einstellen. Das funktioniert nur theoretisch, ist im Alltag kaum praktikabel, vor allem bei wechselndem Wetter.

  • Beim automatischen Ein/Aus-Laden schaltet das System die Wallbox ein, sobald ein Mindestüberschuss vorhanden ist, und wieder aus, wenn er wegfällt. Besser als manuell, aber grob: Kleine Schwankungen werden nicht aufgefangen.

  • Das dynamische Überschussladen mit SVO I cor E ist die effizienteste Variante. Hier passt das Energiemanagementsystem SVO I cor E die Ladeleistung laufend und stufenlos an den tatsächlichen Solarüberschuss an – bis hin zur automatischen Umschaltung zwischen ein- und dreiphasigem Laden. Jeder verfügbare Sonnenstrahl wird mitgenommen.

Wer das Potenzial seiner PV-Anlage wirklich ausschöpfen will, kommt an der dynamischen Variante nicht vorbei. Voraussetzung ist eine steuerbare Wallbox mit offenen Schnittstellen sowie ein Smart Meter oder kompatibler Sensor am Netzanschlusspunkt sowie das Energiemanagementsystem SVO I cor E.

PV-Überschussladen mit Wallbox: Was bringt das konkret?

Ein Beispiel aus dem Alltag:

Ein Haushalt in Celle fährt jährlich 30.000 km mit dem E-Auto. Der Verbrauch liegt bei etwa 20 kWh auf 100 km – das ergibt einen Ladebedarf von rund 6.000 kWh pro Jahr.

Ohne Überschussladen (angenommen 30% aus PV-Strom) :

1.800 kWh Solarstrom × 0,08 €/kWh (Einspeisevergütung, Opportunitätskosten)

+ 4.200 kWh Netzstrom x 0,30 €/kWh = 1.404 € Ladekosten pro Jahr

Mit Überschussladen (angenommen 60 % aus PV-Strom):

3.600 kWh Solarstrom x 0,08 €/kWh (Einspeisevergütung, Opportunitätskosten)

+ 1.400 kWh Netzstrom x 0,30 €/kWh = 1.008 € Ladekosten pro Jahr

Ersparnis: rund 400 € jährlich – ohne zusätzliche Investition in Netzstrom, ohne Preisrisiko, ohne Aufwand.

Strom, der ins Netz eingespeist wird, bringt aktuell nur knapp 8 Cent pro kWh. Jede Kilowattstunde, die stattdessen im Auto landet, ist also doppelt wertvoll.

Speicher und E-Auto: kein Widerspruch

Eine häufige Sorge lautet: „Wenn das Auto den ganzen Solarstrom lädt, bleibt für den Hausspeicher nichts übrig." In einem gut geplanten System ist das Gegenteil der Fall. Beide ergänzen sich.

Tagsüber hilft der Batteriespeicher, kurze Wolkenphasen zu überbrücken, sodass die Wallbox stabil weiterlädt. Sind Speicher und Auto voll, fließt der Rest ins Netz. Wird das Auto erst abends angeschlossen, liefert der Speicher gespeicherten Solarstrom nach. Entscheidend ist, dass diese Reihenfolge nicht dem Zufall überlassen wird.

Eine häufige Sorge lautet: „Wenn das Auto den ganzen Solarstrom lädt, bleibt für den Hausspeicher nichts übrig." In einem gut geplanten System ist das Gegenteil der Fall. Beide ergänzen sich. Ob der Solarstrom im Haushalt verwendet wird oder das Auto lädt, ist nebensächlich. Entscheidend ist, dass Sie den PV-Strom selbst verbrauchen. Darüber hinaus lädt SVO I cor E den Speicher als erste Priorität bis zu einem bestimmten Schwellenwert, bevor das Auto geladen wird.

Tagsüber hilft der Batteriespeicher, kurze Wolkenphasen zu überbrücken, sodass die Wallbox stabil weiterlädt. Sind Speicher und Auto voll, fließt der Rest ins Netz. Wird das Auto erst abends angeschlossen, liefert der Speicher gespeicherten Solarstrom nach. Entscheidend ist, dass diese Reihenfolge nicht dem Zufall überlassen wird.

SVO | cor E: Das Gehirn im Hintergrund

Das Energiemanagementsystem SVO | cor E spielt bei dieser Lösung die Hauptrolle. Es kennt alle Komponenten im Haus – PV-Anlage, Wallbox, Speicher, Wärmepumpe – und steuert sie so, dass Erzeugung und Verbrauch jederzeit optimal zusammenpassen.

Im Alltag bedeutet das: Sie stecken das Auto an. SVO | cor E entscheidet im Hintergrund:

  • wann Solarstrom geladen wird,

  • wieviel Solarstrom geladen wird,

  • der Speicher Vorrang hat.

Scheint die Sonne nicht, sucht das Managementsystem preiswerte Zeitfenster an der Börse, um die Lücke möglichst günstig zu schließen (Voraussetzung: Abschluss des dynamischer Stromtarifs SVO I dynamisch).

Sie behalten die Übersicht, ohne ständig einzugreifen.

Mehr zu SVO | cor E

Wann lohnt sich PV-Laden – und wann nicht?

PV-Überschussladen lohnt sich vor allem, wenn das E-Auto regelmäßig tagsüber zu Hause steht – bei Pendlern mit Homeoffice-Tagen, bei Familien am Wochenende, bei Rentnern mit kurzem Aktionsradius. Je größer die PV-Anlage und je niedriger der Haushaltsverbrauch insgesamt, desto mehr Überschuss entsteht und desto mehr landet im Auto.

Wer dagegen ein kleines Dach, eine stark verschattete Anlage oder ein Auto hat, das fast ausschließlich nachts lädt, wird mit reinem Überschussladen wenig Spielraum haben. Für diesen Fall kann eine Kombination aus PV-Komplettlösung und dynamischem Tarif trotzdem sinnvoll sein. Und wer die bestehende Anlage zu klein findet: So lässt sich eine PV-Anlage richtig erweitern.

Ein Hinweis vorab, der viel Geld spart: Wer eine Wallbox kauft, ohne die spätere PV-Kompatibilität zu prüfen, muss nachrüsten oder tauschen. Eine steuerbare Wallbox mit offenen Schnittstellen ist von Anfang an die richtige Wahl, auch wenn die PV-Anlage erst später kommt. Hierzu beraten Sie die Experten der SVO-Gruppe kompetent und ganzheitlich.

Ihr nächster Schritt

Zurück zum Dienstagvormittag in Celle: Mit der richtigen Technik und SVO | cor E im Hintergrund hängt das Auto längst am Kabel und lädt seit zwei Stunden nur mit kostenlosem Solarstrom.

Wenn Sie überlegen, wie sich das bei Ihnen umsetzen lässt, begleitet die SVO-Gruppe Sie von der PV-Planung über die Auswahl der Wallbox bis zur Einbindung des Energiemanagementsystems.

Jetzt Anfrage stellen

Häufige Fragen zu PV-Überschussladen

Beim PV-Überschussladen wird nur der Solarstrom, den der Haushalt im Moment der Erzeugung nicht selbst verbraucht, automatisch in den Akku des E-Autos geleitet – statt ihn günstig ins Netz einzuspeisen bzw. teureren Strom aus dem Netz zu beziehen.

Bei der Lösung der SVO eine steuerbare Wallbox mit offenen Schnittstellen, die mit dem Energiemanagementsystem SVO I cor E kommunizieren kann. Die SVO-Gruppe berät zu passenden Modellen.

Nein. Das Energiemanagementsystem SVO I cor E kann den Überschuss direkt vom Dach ins Auto leiten. Ein Speicher stabilisiert den Ladevorgang bei wechselndem Wetter und ermöglicht das Laden mit Solarstrom auch am Abend.

In der Regel nicht zuverlässig. Das System benötigt eine Messeinheit am Hausanschluss, die erkennt, ob gerade Überschuss vorhanden ist. Ein Smart Meter oder kompatibler Sensor ist die Voraussetzung.

Das hängt von Fahrleistung, Anlagengröße und Eigenverbrauchsquote ab. Aber mehrere hundert Euro pro Jahr sind bei einer typischen Familienkonstellation realistisch. Die Infobox oben zeigt ein konkretes Rechenbeispiel.