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Strom · 28.09.2026

Wie Ihr Stromverbrauch Blühflächen mitfinanziert

Michelle Voigt
Redaktion Energie & Alltag
Landwirtschafliche Fläche mit Blumen.
© SVO

Stellen Sie sich vor, Ihr Stromtarif kann mehr, als Ihren Alltag mit Energie zu versorgen. Er kann mithelfen, dass auf einem Feld in Ihrer Region Ringelblumen und Malven wachsen. Dass ein Ackerrand im Sommer blüht. Und dass dort, wo sonst eine landwirtschaftlich genutzte Fläche liegt, für einige Monate ein zusätzliches Blütenangebot entsteht. Genau daran knüpft SVO Blühstrom an: Mit jeder verbrauchten Kilowattstunde fließt 1 Cent netto in die Errichtung neuer Blühflächen im SVO-Versorgungsgebiet. Die Beiträge vieler Kunden kommen zusammen und finanzieren im Folgejahr Saatgut und die Arbeit der landwirtschaftlichen Betriebe. So wird aus einem kleinen Betrag im Strompreis eine sichtbare Fläche in der Region.

Mehr zu Blühstrom erfahren

„Die Leute sehen, dass sich etwas verändert“

Auf einem Feld im südlichen Kreis Uelzen setzt Cord Lünzmann auf solche Flächen. Der Landwirt bewirtschaftet einen 225 Hektar großen Betrieb mit Kartoffeln, Zuckerrüben, Winterweizen und Biogasmais. Seine Felder liegen auf rund 70 kleineren Teilschlägen. Viele davon sind von Hecken und Bäumen am Feldrand geprägt.

„Zwischen den produktiven Ackerflächen gibt es aber auch Keile und Randstreifen, die sich nur schwer bearbeiten lassen. Genau dort können Blühflächen sinnvoll sein“, erläutert Cord Lünzmann. Der Landwirt hatte solche Bereiche lange über ein EU-Blühstreifenprogramm bewirtschaftet. Als das Programm auslief, übernahm er ausgewählte Flächen in das SVO-Blühstrom-Programm.

Blumenfeld mit Landwirtschaftlichen Feldern.
© SVO

Für Lünzmann sind die Blühstreifen vor allem eine sinnvolle Nutzung von weniger ertragreichen Randbereichen. Zugleich möchte er Flächen erhalten, die im Landschaftsbild und für Wildtiere eine andere Funktion übernehmen als der intensiv bewirtschaftete Acker. Dass Menschen aus der Region die Streifen wahrnehmen und ihren Erhalt befürworten, bestärkt ihn in diesem Weg.

Heute würde ich gerne mehr als zwei Hektar Blühstreifen für die SVO anlegen, gerade weil ich viel positives Feedback aus der Bevölkerung dafür bekomme.

Cord Lünzmann, Landwirt im südlichen Kreis Uelzen

Was Ihr Stromverbrauch damit zu tun hat

SVO Blühstrom verbindet einen zertifizierten Ökostromtarif mit einem zusätzlichen Beitrag für Blühflächen. Der Beitrag ist im Arbeitspreis enthalten: Pro verbrauchter Kilowattstunde fließt 1 Cent netto in das Projekt. Die SVO berechnet den Betrag auf Grundlage des tatsächlichen Jahresverbrauchs.

Zum Jahresende werden die Beiträge aller Blühstrom-Kunden zusammengeführt. Im Folgejahr schließt SVO Vereinbarungen mit landwirtschaftlichen Betrieben im eigenen Versorgungsgebiet. Diese erhalten einen festen Fördersatz pro Hektar. Damit sollen das Saatgut und die Arbeiten rund um die Anlage der Fläche abgedeckt werden.

Aus vielen kleinen Beiträgen wird Fläche

Jahresverbrauch im Haushalt

Beitrag für Blühflächen

Rechnerische Fläche

1.500 kWh

15 Euro netto

150 m²

2.500 kWh

25 Euro netto

250 m²

3.500 kWh

35 Euro netto

350 m²

Die Beispielrechnung basiert auf einem festen Satz von 10 Cent pro Quadratmeter. Ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch trägt damit rechnerisch 35 Euro netto und etwa 350 Quadratmeter zur Umsetzung neuer Blühflächen bei. Die konkrete Fläche entsteht jedoch durch die gebündelten Beiträge vieler Kunden.

Was auf einer Blühfläche passiert

Blühflächen können je nach Saatmischung, Standort und Pflege ein Blütenangebot für Insekten schaffen. Sie können außerdem Strukturen bieten, die von weiteren Wildtieren genutzt werden. Wie gut eine einzelne Fläche diese Funktionen erfüllt, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab: von den Pflanzenarten, der Lage, ihrer Größe, der Pflege und davon, ob sich in der Umgebung weitere Hecken, Säume oder vergleichbare Strukturen befinden.

Saatgut für Blumen.
© SVO

Blühflächen machen sichtbar, was in der Agrarlandschaft oft fehlt: unterschiedliche Pflanzen, Blüten über die Saison und ungestörte Bereiche. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass natürliche Landschaftselemente wie Hecken, Ackerrandstreifen und Blühstreifen in vielen intensiv genutzten Regionen zurückgegangen sind. Solche Strukturen können für wildlebende Tiere und Pflanzen wichtige Nahrung, Deckung und Rückzugsräume sein.

Silke Timme vom Bussenhof in Bonstorf beschreibt Blühflächen als Ergänzung zur Fruchtfolge. Sie bewirtschaftet einen Familienbetrieb mit Roggen, Mais und Zuckerrüben sowie einer kleinen Hühnerhaltung. In einer Blühmischung könne eine Pflanzenvielfalt wachsen, die in einzelnen Ackerkulturen so nicht vorkomme.

Blumenfeld mit Sonnenblume.
© SVO

Auf unseren Feldern bauen wir nur wenige Kulturen an. Eine Blühfläche bringt zusätzliche Pflanzenvielfalt in die Landschaft. Das ist für mich eine gute Ergänzung zur normalen Fruchtfolge.

Silke Timme, Bussenhof in Bonstorf

Blühflächen ersetzen dabei keine umfassende Strategie für mehr Artenvielfalt. Sie können aber ein konkreter Baustein für Biodiversität sein, wenn Betriebe, Flächen und Pflege zusammenpassen. Mehr dazu lesen Sie auch im SVO-Glossar zur Biodiversität.

Blühstrom entdecken

Sie möchten Ihren Stromtarif mit einem konkreten Beitrag zu neuen Blühflächen in der Region verbinden? Auf der SVO-Blühstrom-Seite finden Sie weitere Informationen zum Tarif. Hier können Sie auch Ihren individuellen Preis berechnen.

FAQ zu SVO Blühstrom

Pro verbrauchter Kilowattstunde fließt 1 Cent netto in die Errichtung neuer Blühflächen. Die SVO bündelt die Beiträge zum Jahresende und setzt damit im Folgejahr Flächen im eigenen Versorgungsgebiet um.

Die Flächen werden im SVO-Versorgungsgebiet umgesetzt. SVO veröffentlicht nach eigener Auskunft Bilder, Orte, Flächengrößen und die Summe der umgesetzten Flächen.

Die über den SVO.Blühstrom geförderten Flächen sind einjährig. Sie werden zwischen März und Mai eingesät und müssen bis Oktober bestehen bleiben.

Nein. Die geförderten Blühflächen müssen unbehandelt bleiben und dürfen nicht gespritzt werden.