Mehr Strom für Wärmepumpen und E‑Autos, gleichzeitig mehr Strom aus vielen PV‑Anlagen zurück ins Netz: Das Stromnetz der Zukunft muss beides können – Verbrauch und Einspeisung zuverlässig managen. Die Grafik zeigt, wie die einzelnen Bausteine zusammenarbeiten.
Umspannwerke: Schnittstelle der Spannungsebenen
Am Netz sind Umspannwerke angeschlossen, die Verbraucher und Einspeiser miteinander vernetzen. Sie verbinden das Übertragungsnetz mit dem Hochspannungsnetz und den Mittelspannungsnetzen. Das Netz der Celle-Uelzen Netz GmbH (CUN) umfasst die Mittelspannungs- und Niederspannungsebene. Eigene Umspannwerke betreibt die CUN nicht, sie nutzt zehn Verknüpfungspunkte zum vorgelagerten Netzbetreiber. Darüber werden die Energieflüsse in den unterschiedlichen Spannungsebenen gemessen und gesteuert – damit Strom sicher in beide Richtungen fließen kann.
450‑MHz- und LTE‑Funknetz: Sichere Kommunikation
Heute sind Netzleitstelle, intelligente Messsysteme, Erzeuger, Verbraucher, Umspannwerke und digitale Ortsnetzstationen über Glasfaser und das öffentliche Mobilfunknetz verbunden. Künftig kommt ein 450‑MHz‑Funknetz hinzu. Es überträgt Mess- und Steuerbefehle besonders zuverlässig und bleibt funktionsfähig, selbst wenn eine Störung im Stromsystem die reguläre Versorgung unterbricht. So kann das intelligente Stromnetz auch in Ausnahmesituationen stabil bleiben und wichtige Signale weitergeben.
Digitale Ortsnetzstationen: Knotenpunkte vor Ort
Ortsnetzstationen wandeln Mittelspannung in Niederspannung und verteilen den Strom zu Haushalten und Betrieben. Die CUN betreibt über 2.000 dieser Stationen im Netzgebiet und rüstet sie Schritt für Schritt zu digitalen Knotenpunkten mit Mess- und Steuertechnik auf. So wird das Netz fit für Wärmepumpen, Photovoltaik und Elektromobilität. Digitale Ortsnetzstationen liefern Daten, helfen Engpässe früh zu erkennen und ermöglichen es, Lasten und Einspeisung gezielt zu steuern.
Privatkunden mit PV, E‑Auto, Wärmepumpe und Smart Meter
PV‑Anlagen, Wallboxen für Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen werden über Energiemanagementsysteme wie SVO | cor E intelligent vernetzt. Intelligente, kommunikationsfähige Messsysteme (Smart Meter) binden diese Erzeuger und Verbraucher zur Steuerung ins Netz ein. Eine aktive Steuerung wird nur dann notwendig, wenn viele Anlagen das Stromnetz zeitweise überlasten. Dann greift die CUN ein und reduziert Leistungen gezielt. Dafür installiert die CUN jedes Jahr rund 5.000 intelligente Messsysteme bei Kundinnen und Kunden. Intelligente Messsysteme bilden auch die Basis für dynamische Stromtarife.
Netzleitstelle: Das zentrale Nervensystem
Die Netzleitstelle überwacht und steuert rund um die Uhr das Mittelspannungsnetz der CUN. Mit der Digitalisierung von Ortsnetzstationen, Zählern und einer sicheren Kommunikation, die perspektivisch auch auf dem 450‑MHz‑Funknetz basieren soll, wächst ihre Sicht bis in die Niederspannung hinein. So lassen sich Lastflüsse besser prognostizieren, Engpässe vermeiden und Störungen schneller erkennen und beheben. Die Netzleitstelle ist damit das zentrale Steuerungszentrum des Stromnetzes der Zukunft.
Wenn Sie erfahren möchten, wie der Netzausbau in Celle ganz konkret aussieht, lesen Sie auch unseren Beitrag zum neuen Trafohaus in Nienhagen:
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